
Damit
startete ich am 5.Oktober 2012 meinen wöchentlichen Newsletter ProSA Produktsicherheit
Aktuell, 10 Jahre lang ist er jetzt jede Woche erschienen und immer noch ist es
eine Insider Information geblieben.
Freuen
Sie sich mit mir auf die nächsten 10 Jahre und viele neue Informationen rund um
sicheren Produkte, der Originallink vom ersten Newsletter funktionier immer
noch!
Die
Broschüre "Gefährliche Produkte in
Haushalt und Freizeit" ist eine gemeinsame Veröffentlichung von
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Aktion DAS
SICHERE HAUS (DSH).
Doch nun
zum heutigen Thema:
Initiative der EU-Kommission für nachhaltige Produkte
Künftig sollen auch Textilien, Möbel, Stahl, Zement
und Chemikalien vom Ökodesign umfasst werden.
Im März hat die EU-Kommission ihren Entwurf für
eine „Sustainable Products Initiative“ (SPI) sowie einen Vorschlag für
eine EU-Strategie für nachhaltige Textilien veröffentlicht.
Die bislang geltende Ökodesign-Richtlinie soll von
einer neuen Verordnung abgelöst werden. Die alte Ökodesign-Richtlinie macht nur
für eine kleine Anzahl an Produkten Vorgaben zur Reparierbarkeit und
Langlebigkeit, z.B. für Waschmaschinen, Kühlschränke, TV-Geräte,
Beleuchtung und Motoren. Insbesondere Textilien, die im EU-Binnenmarkt verkauft
werden, sollen künftig strengere Anforderungen an nachhaltige Produktion,
Haltbarkeit und Kreislauffähigkeit
erfüllen. BMUV und BMWK unterstützen das Grundanliegen
der EU-Kommission für mehr nachhaltige Produkte im Binnenmarkt.
Verbraucherstaatssekretärin Christiane Rohleder:
„Nachhaltige Produkte sollen in Zukunft der Standard in der EU sein.
Ressourcen sind endlich. Daher müssen Produkte langlebiger und besser
reparierbar werden. Das nutzt der Umwelt und den Verbraucher*innen. Der Angriffskrieg
Russlands gegen die Ukraine macht das Einsparen von Ressourcen und Energie noch
dringlicher. Daher unterstützen wir, die von der EU-Kommission
vorgeschlagenen hohen Anforderungen an das Ökodesign. Wichtig ist, dass künftig
die EU-Vorgaben auch für Produkte mit großen Märkten, wie Textilien oder
Möbel, gelten sollen. So sparen wir Energie und Ressourcen in der Produktion
und kommen einem Recht auf Reparatur auf alle physischen Produkte einen großen
Schritt näher. Mit der Textilstrategie können wir hoffentlich einige Irrwege
der Bekleidungsindustrie beenden. Gerade Kleidung wird häufig nicht nachhaltig
und auf Kosten von Umwelt oder Menschenrechten produziert. Wenn wir für
den EU-Binnenmarkt verbindliche Qualitätsanforderungen für alle Textilien
vorschreiben, dann wird das auch die globalen Produktionsbedingungen im
Textilsektor verbessern.“
Staatssekretär Udo Philipp: „Das europäische
Ökodesign hat eine lange und erfolgreiche Geschichte und hat bereits in der
Vergangenheit erheblich zur Steigerung der Energieeffizienz und Verbesserung
des Verbraucherschutzes in Europa beigetragen. In der heutigen Zeit ist die
Minderung unseres Energieverbrauchs – entweder durch direkte Einsparungen oder
mittelbar durch eine verbesserte Materialeffizienz und einen besseren Ressourcenschutz
– auch eine Frage der europäischen Sicherheit und Souveränität. Mit den jetzt
geplanten Änderungen und der inhaltlichen Erweiterung verbinde ich die
Erwartung, dass das europäische Ökodesign ein effektiver Schlüssel für die
erfolgreiche Transformation der Wirtschaft hin zu Klimaneutralität wird.“
Mit der Sustainable Products
Initiative (SPI) will die EU-Kommission Energieeffizienz- und
Ressourcenschutzanforderungen an eine Vielzahl von Produktgruppen regeln.
Anders als die bisher geltende Ökodesign-Richtlinie soll die neue Verordnung
nicht nur für energieverbrauchsrelevante Produkte, sondern für fast alle
physischen Produkte gelten. Die Verordnung soll künftig den rechtlichen Rahmen
vorgeben, mit dem Anforderungen für Umwelt- und Ressourcenschutz an Produkte
gestellt werden können. Die neue Ökodesign-Verordnung stellt selber keine
direkten Anforderungen an Produkte. Sie gibt aber vor, welche Anforderungen in
zukünftigen Produktverordnungen gestellt werden sollen und können. Die
Kommission wird einen Zeitplan für die Erarbeitung prioritärer
Produktverordnungen vorlegen. Neu ist, dass der gesamte Lebenszyklus der
Produkte Beachtung bei neuen Umweltschutzanforderungen finden soll. Die
Vorgaben aus der Verordnung sollen zukünftig zu längerer Haltbarkeit,
Austauschbarkeit von Einzelteilen und zu mehr Reparierbarkeit führen. Außerdem
wird der Einsatz von Rezyklaten und damit das Recycling insgesamt gestärkt. So
konkret waren die Vorgaben der Ökodesign-Richtlinie bislang nicht.
Mit der Textilstrategie nimmt die EU-Kommission
die Transformation im Bekleidungssektor in den Fokus. Mit
den neuen, umfassenden und strengeren Vorgaben soll die nicht-nachhaltige „Fast
Fashion“ eingeschränkt und die Kreislauffähigkeit der Produkte gesteigert
werden; etwa durch das Zusammenspiel mit der auf Textilprodukte ausgeweiteten
Ökodesign-Verordnung. Aktuell befinden sich jährlich mehr als 20 Milliarden
Kleidungsstücke in der EU im Umlauf. Demnach bestehen aus Sicht
von BMUV und BMWK große Potentiale, um eine klimaneutrale
Kreislaufwirtschaft voranzubringen. Beide Ministerien setzen sich dafür ein,
dass im EU-Binnenmarkt verbindliche Vorgaben für nachhaltiges
Produktdesign im Textilsektor erreicht werden. Insbesondere die immer weiter
verbreitete Beimischung billiger und massenhaft verwendeter synthetischer
Fasern (Elastan) erschweren eine sortenreine Sortierung und damit ein
potentielles Recycling.
Darüber hinaus setzen sich die Ministerien für
verbindliche Vorgaben bezüglich der Beimischung von textilen Rezyklatfasern in
neu produzierte Bekleidung ein. Denn schon ab 2025 gilt im Binnenmarkt die
Pflicht zur getrennten Sammlung von Alt-Textilien und die gesammelte Menge an
alter Kleidung wird ansteigen. Allerdings fehlt bislang in
der EU eine Infrastruktur für ein „Faser-zu-Faser“-Recycling im
industriellen Maßstab. Um die hochwertige Erfassung und Verwertung von
Alttextilien zukünftig sicherzustellen, untersucht das BMUV in einem
Forschungsvorhaben, wie eine erweiterte Herstellerverantwortung implementiert
werden kann. Die europäische Textilstrategie hat ebenfalls eine Empfehlung für
eine erweiterte Herstellerverantwortung gegeben, so dass unsere Überlegungen
zeitlich passgenau sind, um auch im europäischen Kontext handlungsfähig zu
bleiben.
Die heute vorgestellten Entwürfe für „Sustainable
Products Initiative“ (SPI) und Textilstrategie werden nun zwischen
den EU-Mitgliedsstaaten sowie im EU-Parlament beraten. Anschließend
werden sie im Trilogverfahren behandelt, bevor die EU-Kommission sie
veröffentlichen kann.
Weitere Informationen FAQ Recht auf Reparatur
Quelle: Europäische Kommission | Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
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